Werbung für umstrittene Behandlungsmethoden (hier Kinesiologie)

Das OLG Hamm verbietet einseitige werbung für umstrittene behandlungsmethoden

Kinesiologie ist nicht unumstritten.


Und weil dies so ist, hat das OLG Hamm einem Anbieter von kinesiologischen Behandlungen untersagt, dafür im Internet zu werben, ohne darauf hinzuweisen, dass es auch eine andere wissenschaftliche Meinung dazu gibt.


Dadurch würde der Anbieter suggerieren, dass die angebotenen Behandlungen zwar nicht unbedingt die versprochene Heilung nach sich ziehen, dennoch eine wissenschaftlich gesicherte Methode darstellen würde.


Dies müsste bewiesen werden, so dass OLG, ansonsten sei eine solche Werbung verboten. Da dieser geschuldete Beweis nicht erbracht werden konnte, hat das OLG entschieden, dass die Werbung zu verbieten sei.


Das Heilmittelwerbegesetz schützt insbesondere das Vertrauen auf gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse. Ist eine Behandlungsmethode demnach nicht unumstritten, so müssen die entsprechenden Leistungserbringer unbedingt auch auf die Gegenmeinung hinweisen, ansonsten werden Sie auch zeitnah eine Abmahnung erhalten.


Dies gilt nicht nur für die Kinesiologie, sondern für alle Behandlungsmethoden, welche umstritten sind.


Nun wird es natürlich äußerst schwierig, da so ziemlich jede Methode neben Befürwortern auch Kritiker besitzt. Es werden sich bei entsprechendem Rechercheaufwand auch immer Studien für und gegen eine Behandlungsmethode finden.


Was ist nun zu beachten?


Insbesondere, wenn bei einem Webauftritt mit umstrittenen Methoden geworben wird und die Werbung auch noch Heilungschancen zumindest suggeriert (was wohl immer der Fall sein wird), so müssen diese Webseiten unbedingt auch mögliche Gegenmeinungen darstellen.


Ich glaube, auch wenn die Intension des Urteils deutlich ist, dass dieses Urteil nicht unbedingt mehr Klarheit verschafft, sondern eher viele neue Fragen aufwirft. Warten wir ab, wann die ersten Abmahnungen, die auf dieses Urteil verweisen gerichtlich verhandelt werden. Ich bin gespannt.


Das Urteil können Sie hier nachlesen.