In eigener Sache: "Dumm ist der, der Dummes tut."

Manchmal frage ich mich, warum manche Menschen den Wink mit dem Zaunpfahl nicht verstehen (wollen). Folgender Fall:


Im Rahmen einer Arzthaftungsangelegenheit musste ich von diversen Leistungserbringern Behandlungsunterlagen anfordern. Dies klappte eigentlich bislang immer ganz gut.


In meinen Anschreiben bitte ich die Leistungserbringer, mir Abzüge von den Behandlungsunterlagen zu erstellen und mir diese gegen Kostenerstattung zu übersenden.


Nun hat mir ein Arzt diese Woche eine Art Befundbericht übersandt. Er war identisch mit einem mir bereits vorliegenden Arztbrief. Für diesen "Bericht" 1,25 Din-A 4 Seiten und 2 Seiten Labor schrieb der Arzt eine Rechnung über 50,00 EURO.


Ich schrieb dem Arzt dann ein kurzes Fax, dass ich die Kosten in dieser Höhe leider nicht akzeptieren könne. Ich würde ihm zwar gerne eine Ziff. 75 GoÄ mit dem Faktor 2,3 überweise (das sind so um die 17 EURO), mehr könnte ich aber leider nicht anbieten.


Der Arzt rief kurze Zeit später - recht ungehalten - bei mir an und meinte nur, dass es da nichts zu diskutieren gäbe. Ich würde ja auch nicht für so wenig Geld arbeiten. Ich versuchte zu erklären, dass es dafür eine Ziffer in der GoÄ geben würde und er doch diese anwenden möge. Er entgegnete mir daraufhin, dass er eine 80er Ziff. mit entsprechender Erhöhung aufgrund des "enomren" Zeitaufwandes abgerechnet hätte. Als ich versuchte ihm zu erklären, dass dies die flasche Ziffer sei und ich lediglich Abzüge der Behandlungsunterlagen angefordert und er mittels copy & paste einen mir schon bekannten Arztbrief übersandt habe, war er sehr ungehalten und meinte, dass ich überhaupt nicht abschätzen könne, wieviel Arbeit dies gewesen sei. An der Rechnung gebe es nichts zu diskutieren und er bestünde auf sein Geld.


Ich erwiderte daraufhin, dass ich dies zur Kenntnis nehmen würde.


Diejenigen, die mich persönlich kennen wissen, dass ich der allerletzte bin, der einem Arzt nicht sein Auskommen gönnt. Hätte er gesagt, dass wir 25 Euro machen und das Ding ist gut, wäre auch das in Ordnung gewesen. Nun bin ich aber leider gezwungen meine Karten zu spielen.


Das bedeutet:


1. Es gibt genau 2,90 EURO (4 Seiten Kopie plus 90 Cent Portokosten).

2. Der Vorgang geht 1-zu-1 zur Ärztekammer zur Abrechnungsprüfung.

3. Gibt es noch einen besserwisserischen Anruf, dann geht der Vorgang auch direkt wegen des Verdachts des versuchten Abrechnungsbetruges zur Staatsanwaltschaft.

4. Da mir ja die Behandlungsunterlagen noch immer fehlen, könnte ich auch noch an eine Herausgabeklage denken.


Wenn unter einem Brief steht, dass da ein Rechtsanwalt unterschrieben hat, der sich im Medizinrecht (resp. im Abrechungswesen) auskennt, so hätte man  durchaus ein wenig mehr Einsicht erwarten dürfen. Schade.