Notfallsanitäter Ergänzungsprüfung nicht bestanden - Was tun?

Kaum ist das frische Berufsbild entstanden, so zeichnen sich bereits die ersten rechtlichen Probleme am Horizont ab.

 

Gerade bei der Ergänzungsprüfung für Rettungsassistenten scheinen es einige Bundesländer und Prüfungsausschüsse zu übertreiben. Berichte von 50%-igen Durchfallquoten machen die Runde.

 

Nun kann es natürlich sein, dass innerhalb einer Prüfung die Teilnehmer derart schlecht waren, dass dies eine solche Quote rechtfertigen würde, doch dürfte eine derart hohe Rate eher nicht die Regel sein.

 

Was tun, wenn man selber die Prüfung nicht bestanden hat?

 

Zunächst einmal muss vorweg gesagt werden, dass das Anfechten einer Prüfung mit recht hohen rechtlichen Hürden einhergeht, jedoch nicht aussichtslos ist. Gerade in den mir bislang vorgetragenen Fällen habe ich erhebliche Zweifel an der formell richtig durchgeführten Prüfung. Sollte die Prüfung formfehlerbehaftet sein, so stehen die Chancen einer Anfechtung ganz gut.

 

Bitte beachten Sie Folgendes:

 

Wenn Sie während der Prüfung gestört werden oder die Prüfung offensichtlich falsch durchgeführt wird, so müssen Sie dies umgehend rügen. Ihre Rüge muss in das schriftliche Protokoll aufgenommen werden. Vergessen Sie dies, so haben Sie später keine Möglichkeit, etwaige Störungen vorzutragen (das ist ähnlich wie bei einer Urlaubsreise, auch dort müssen Sie dem Reiseleiter sagen, was Sie stört).

 

Erstellen Sie unbedingt ein Gedächtnisprotokoll zu der Prüfung, zu der Besetzung des Prüfungsausschusses und zu den möglichen Vorfällen. Bitte erstellen Sie dieses Protokoll zeitnah und dokumentieren Sie auch den Zeitpunkt der Protokollerstellung.

 

Sobald Ihnen eine behördliche Nachricht über das Nichtbestehen zugegangen ist, beginnen wichtige Fristen zu laufen. Für einen Widerspruch haben Sie in aller Regel nur vier Wochen Zeit. Für den Widerspruch müssen Sie keinen Anwalt kontaktieren. Wenn die Zeit knapp ist, dann faxen Sie lieber selber den Widerspruch an die Behörde. Danach sollten Sie aber unbedingt anwaltlichen Rat hinzuziehen. Gerade die Begründung des Widerspruchs (ist kein Muss) sollte durch einen versierten Anwalt erfolgen.

 

Bislang sind mir noch keine Urteile bekannt (dies wird auch noch ein wenig dauern), doch bin ich der festen Überzeugung das einige der Prüfungen, die mir bislang „untergekommen“ sind, entgegen den Vorgaben der Notfallsanitäter Ausbildungs- und Prüfungsverordnung abgelaufen sind und teilweise grundsätzliche Vorgaben des Prüfungsrechts nicht beachtet haben.

 

Fragen oder Hinweise? – Ich freue mich auf Ihren Kontakt über das Kontaktformular.